Jan Fedder aus Hamburg – Ein wahrer Volksschauspieler

Seine Freunde erzählen, dass Jan Fedder als Mensch und als Schauspieler kaum voneinander zu unterscheiden waren. Sein Markenzeichen war seine unverwechselbare Stimme mit norddeutschem Akzent, und das Publikum erinnert sich besonders an den Polizisten Dirk Matthies, den Fedder über viele Jahre hinweg verkörperte. Mehr auf hamburgtrend.eu.

Ein Star populärer Filme und Serien

Jan Fedder wurde 1955 in Hamburg geboren. In seiner Kindheit nahm er Ballettunterricht – eine eher ungewöhnliche Wahl für jemanden, der später zum echten Macho und Rockmusik-Fan wurde. Vermutlich besuchte er die Ballettschule auf Wunsch seiner Mutter. Dort kam er erstmals mit Schauspielern in Kontakt. Der junge Jan stellte damals fest, dass Schauspieler scheinbar wenig arbeiten und viel Freizeit haben. Dies weckte sein Interesse, und so tauschte er Ballett gegen Schauspiel. Seine ersten Schauspielkurse besuchte er mit 13 Jahren, und bereits während seiner Schulzeit erhielt er erste Filmrollen.

In den 1970er Jahren entsprach er mit langen Haaren dem damaligen Modetrend und spielte oft Charaktere mit zweifelhafter Vergangenheit – darunter Kleinkriminelle, Rocker oder Drogensüchtige. Bald wurde er für eine Rolle in Wolfgang Petersens Film Das Boot (1981) engagiert.

Nach diesem Film folgten zahlreiche Angebote – vor allem für Rollen, die seinen charakteristischen Hamburger Slang „son büschen“ erforderten. Jan Fedder war in vielen populären Filmen und Serien zu sehen.

Seine bekannteste Rolle war die des Polizisten Dirk Matthies in der Serie Großstadtrevier. Mehr als 25 Jahre lang spielte er diesen pflichtbewussten Ordnungshüter auf den Straßen von St. Pauli.

Fast ebenso lange wirkte Jan Fedder in der Comedy-Serie Neues aus Büttenwarder mit. Die ersten Folgen wurden 1997 im NDR ausgestrahlt. Die Handlung spielt in dem fiktiven Dorf Büttenwarder, in dem Fedder einen schlauen Bauern spielte. Sein Seriennachbar, gespielt von Peter Heinrich Brix, bewunderte Fedders Talent und betonte, dass man ihn so akzeptieren müsse, wie er war.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bekam Jan Fedder endlich eine langersehnte ernste Rolle im Film Der Mann im Strom unter der Regie von Niki Stein. In diesem Film spielte er einen arbeitslosen Taucher, der seine Dokumente fälscht, um eine neue Anstellung zu finden. Der Film wurde 2006 veröffentlicht und brachte Fedder den Deutschen Fernsehpreis ein – die einzige große Auszeichnung seiner Karriere. Während der Preisverleihung scherzte er, dass man wohl sein Gesicht ändern müsse, um eine solche Auszeichnung zu erhalten.

Ein Schauspieler mit starker Stimme und großem Herzen

Produzent Markus Trebitsch beschrieb Jan Fedder als eine einzigartige Mischung aus einer kraftvollen Stimme und einem großen Herzen. Drehbuchautor Norbert Eberlein erklärte, dass Fedder eine Szene im Alleingang tragen konnte, da er das „Gen eines Hauptdarstellers“ besaß.

Mit seiner markanten, rauen Stimme sang Jan Fedder gerne in seiner Freizeit. Zudem war er ein begeisterter Sammler von Antiquitäten und bewahrte viele Schätze in seinem Haus auf.

Sein Drehplan war oft sehr dicht. 2012 zwang ihn seine Gesundheit erstmals zu einer Pause. Nach einer langen Behandlung ging es ihm besser, jedoch nur für kurze Zeit. Trotz persönlicher Herausforderungen gab er nicht auf und arbeitete weiterhin am Set.

Im Herbst 2017 wurde klar, dass die nächste Staffel von Großstadtrevier ohne Jan Fedder auskommen musste. Dennoch verlor er bis zuletzt nicht die Hoffnung auf Genesung. Er sagte damals, dass er, selbst wenn er Hilfe beim Treppensteigen benötige, wieder auf die Beine kommen würde.

Am 30. Dezember 2019 verstarb Jan Fedder. Wie seine Weggefährten es ausdrückten, verlor Hamburg an diesem Tag einen echten Hamburger Jung und einen wahren Volksschauspieler.

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