Wenn es um Städte geht, die als Epizentrum der Filmindustrie gelten, denken viele an Los Angeles mit Hollywood, New York oder andere Metropolen mit berühmten Filmstudios. Obwohl Hamburg keine Filmstandorte dieses Ausmaßes hat, ist die Geschichte der Entstehung der Filmindustrie in der Stadt faszinierend, und die im letzten Jahrhundert erbauten Kinos ziehen Touristen aus aller Welt an. Lassen Sie uns einige Fakten zur frühen Entwicklung des Films in Hamburg betrachten. Mehr auf hamburgtrend.eu.
Wie alles begann?
Die erste Filmvorführung der Welt fand 1895 in Paris statt. Unmittelbar danach wurden in verschiedenen europäischen Ländern neue Filmgesellschaften und Studios gegründet. In Hamburg, wie auch in anderen deutschen Städten, begann die Filmproduktion Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die Hamburger wurden 1895 von den Brüdern Max und Emil Skladanowsky mit dem Kino bekannt gemacht. Sie gingen in die Geschichte als Erfinder des Bioskops ein – eines Projektionsapparats mit Filmstreifen, den sie mit sich führten. Nach der ersten Berliner Filmvorführung kamen die Skladanowskys nach Hamburg und organisierten eine Vorstellung auf dem Hamburger Dom.
1896 wurde auf dem Gänsemarkt die Erfindung von Oskar Messter getestet. Er präsentierte Kinetoskope, die praktischer waren als die Bioskope der Skladanowskys, da sie kompakter waren. Die Projektionsgeräte von Messter verbreiteten sich in Hamburg und wurden in andere deutsche Städte verkauft. Allerdings konnte auch beim Kinetoskop nur eine Person gleichzeitig einen Film anschauen.
Wettstreit zwischen Kino und Theater
Interessanterweise florierte in Hamburg Ende des 19. Jahrhunderts die Theaterindustrie, und Theaterliebhaber äußerten ihren Unmut über das aufkommende Kino und dessen rasche Popularität. Sie bezeichneten den Film als „unmoralische Kunst“, die die Hamburger Jugend verderbe.
Theaterdirektoren wandten sich an deutsche Künstlerverbände mit der Bitte, Filmproduktionen zu stoppen und das Kino zu verbieten. Sie erhielten Unterstützung von renommierten Wissenschaftlern, die erklärten, dass Kino niemals eine vollwertige Kunstform werden würde, sondern als „niedriges Vergnügen“ abgetan werden sollte. Dennoch florierte die Filmindustrie in Hamburg ebenso wie in anderen deutschen Städten.
Die ersten Kinos
Eines der ersten „echten“ Kinos, das Filmvorführungen auf einer Leinwand ermöglichte und mehreren Zuschauern gleichzeitig das Ansehen eines Films erlaubte, wurde von Knopf eröffnet. Es befand sich am Spielbudenplatz und bot Platz für 667 Personen.
Filmvorführungen waren sehr gefragt, sodass Geschäftsleute sie als zusätzliche Einnahmequelle betrachteten. Filme wurden in Hotels, Bars und anderen Hamburger Lokalen gezeigt. Bis zum Ersten Weltkrieg bestand der Großteil des gezeigten Kinos aus europäischen Produktionen. Zu den beliebtesten deutschen Filmen gehörten damals Krimis.
Ab 1914 wurden ausländische Filme nahezu vollständig verboten. Dies führte zu einem raschen Wachstum der deutschen Filmproduktion, sodass in den Hamburger Kinos überwiegend patriotische und propagandistische Filme liefen.
Die Nachkriegszeit

Nach dem Ersten Weltkrieg blühte die Filmindustrie in Hamburg auf. Eines der ältesten Kinos der Stadt, das nahezu ununterbrochen seit 1913 in Betrieb ist, ist das „Passage Kino“. Es ist bis heute ein beliebter Ort für Einheimische und Touristen.
Ende der 1920er Jahre begann in der Hamburger Filmindustrie eine neue Ära – die Ära des Tonfilms. Zuvor waren Filme „stumm“, und nach der Eröffnung stationärer Kinos konnten sie mit Live-Musik begleitet oder gelegentlich von jemandem im Publikum kommentiert werden. Doch Ende der 1920er Jahre wurde in Hamburg das erste Musikdrama mit Ton, „Der singende Narr“, gezeigt.
Im Gegensatz zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als das Kino ein Instrument der Machthaber und ein wirksames Mittel der Propaganda war, präsentieren die Hamburger Kinos im 21. Jahrhundert Weltpremieren und Bestseller aus verschiedenen Genres.





