Johann Adolf Hasse und sein Weg vom Sänger zum Komponisten

Johann Adolf Hasse wurde von seinen Zeitgenossen als typischer Vertreter des galanten vorklassischen Musikstils bezeichnet. Das Schaffen des Komponisten hat im 21. Jahrhundert nicht viele Anhänger, stellt jedoch eine wichtige Etappe in der Geschichte der Musik dar. Mehr auf hamburgtrend.eu.

Biografische Stationen

Johann Adolf Hasse wurde am 25. März 1699 in Bergedorf, nahe Hamburg, geboren. Er stammte aus einer Dynastie eigenständiger musikalischer Talente. Sein Urgroßvater, Peter Hasse, spielte virtuos die Orgel und war einer der Begründer der norddeutschen Orgelschule. Sein Großvater, Nikolaus Hasse, setzte das Werk seines Vaters fort und war als Organist in ganz Deutschland bekannt.

Johann Adolf Hasse begann im Gegensatz zu seinem Urgroßvater und Großvater seine musikalische Karriere als Opernsänger. Er hatte eine schöne Tenorstimme, und die Arien in seiner Interpretation blieben lange in Erinnerung.

Sein Debüt als Komponist gab Hasse in Braunschweig, wo er 1721 die Oper „Antiochus“ schrieb. Im folgenden Jahr reiste er nach Italien, da er es für seine künstlerische Entwicklung als vorteilhaft ansah. In Neapel wurde er von Nicola Porpora und Alessandro Scarlatti unterrichtet. 1726 entstand seine erste Operette „Sesostrate“, die Hasses Namen in die Musikwelt einführte.

Mehrere Jahre verbrachte Hasse in Venedig, wo er Faustina Bordoni heiratete. Faustina war zu dieser Zeit eine berühmte Opernsängerin und bezauberte alle mit ihrem fantastischen Mezzosopran.

Im Jahr 1731 wurde Johann Hasse zum Hofkapellmeister in Dresden ernannt. Kunsthistoriker sind der Meinung, dass das von ihm geleitete Ensemble in dieser Zeit zu einem der besten in Europa wurde.

Es ist bekannt, dass Hasse vor 1725 ein kleines Werk für Farinelli, den berühmten italienischen Sänger, schrieb. Nach dieser Komposition wurde sein Name in Westeuropa bekannt. Von diesem Zeitpunkt an begann Hasse, zahlreiche Aufträge zu erhalten.

Das musikalische Erbe von Johann Adolf Hasse

Das musikalische Erbe von Johann Adolf Hasse umfasst viele Vokalwerke sakralen Inhalts, doch seine Opern brachten ihm den größten Ruhm. Musikforscher betonen, dass sein Werk ein typisches Beispiel des galanten vorklassischen Stils war. Doch bald entstand ein neuer musikalischer Stil, vertreten durch Werke von Gluck und Mozart. Diese neue Musikrichtung experimentierte mit Harmonie, Form und Ausdrucksweisen und gewann schnell an Popularität. Gleichzeitig wurde Hasses Musik immer seltener gespielt.

Hasses Musik im 21. Jahrhundert

Wie viele Komponisten und Künstler seiner Zeit hatte Johann Adolf Hasse Gönner am Hof. Daher erhielt er Aufträge zur Komposition instrumentaler Werke. Nach Ansicht der Musiker der Gruppe Il gioco de’ Matti könnten die Verse und Arien der Kantaten Hasses durchaus mit Tänzen im Barockstil kombiniert werden. Daher wird das „Allegro mit Orchester Nr. 1“ in moderner Interpretation zusammen mit einer Flöte gespielt.

Moderne Musikwissenschaftler betrachten Hasses Repertoire als recht eigenwillig, weshalb seine Werke im 21. Jahrhundert selten aufgeführt und kaum aufgenommen werden. Seine Anhänger kennen jedoch die Aufnahme „Arcadian Cantatas“ (Pan Classics), die von dem Countertenor Filippo Mineccia interpretiert wird. Dieses Werk ist ein Beispiel für eine weltliche Miniaturoper. Im 18. Jahrhundert wurden solche Werke als Kantaten bezeichnet. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Werke einem völlig anderen Genre angehören als die Kantaten von Johann Sebastian Bach und seinen Zeitgenossen.Auf dem Album „Arie d’opere“ (Tactus), gesungen von der berühmten venezianischen Sopranistin Elena De Simone, sind Arien aus bedeutenderen Werken von Johann Adolf Hasse zu hören. Hier sind Opernpartien enthalten, die in Handschriften nicht mehr zu finden sind. Ein Beispiel ist die Oper „Ulderica“, die erstmals 1729 aufgeführt wurde. Über diese Oper ist jedoch fast nichts bekannt, nicht einmal der Name des Librettisten ist überliefert.

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