In Hamburg gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Bühnenunterhaltungen. Hier werden Klassiker gespielt, getanzt, gesungen und auf den ältesten Bühnen der Stadt aufgeführt. Besonders zieht das moderne, klassische Ballett das Publikum an. Diese Eleganz und Grazie der Ballerinen kann niemanden gleichgültig lassen.
Ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens Hamburgs ist das Hamburg Ballett von John Neumeier, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Die Truppe ist an der Hamburgischen Staatsoper ansässig und trägt den Namen des ehemaligen Tänzers. Er leitet die Gruppe seit 1973 und ist das Herz der Truppe. Internationale Tourneen haben die Auftritte der Tänzer zu einem Höhepunkt der Ballettszene gemacht, und der Choreograf selbst gilt als kultureller Botschafter Deutschlands. Mehr auf hamburgtrend.eu.
Historische Momente
John Neumeier verbindet gekonnt klassische Ballett-Elemente mit modernen Formen und entwickelt einzigartige choreografische Elemente. Seine Demonstrationsvorlesungen – „Ballett-Werkstatt“ – gelten als Tradition des Hamburg Balletts. Diese Veranstaltung findet seit 1973 mehrere Male pro Saison statt. Die Meisterklassen sind zum Markenzeichen des Hamburg Balletts geworden. Der Choreograf und seine Truppe erzählen die Geschichte des Balletts, das aktuelle Repertoire, technische und historische Aspekte traditioneller Ballette. Zudem erklärt er, wie sein Ballettrepertoire entsteht, was hinter den Kulissen berühmter Ballettstücke steckt, und spricht über die Geschichte des Tanzes im Allgemeinen.
Was die Inszenierungen betrifft, so fand 1974 die Premiere von „Romeo und Julia“ statt. Zuvor wurde das Stück 1971 für das Frankfurter Ballett inszeniert. John Neumeier war Romeo, während Marianne Kruuse die Julia spielte. Ebenfalls 1974 wurde das Hamburg Ballett erstmals zu einem internationalen Auftritt eingeladen.
Seit 1975 fanden die ersten Tage des Hamburg Balletts statt, die zu einer Tradition wurden. Die Festivals „Tag des Hamburg Balletts“ zusammen mit der „Nijinsky-Gala“ wurden zum Höhepunkt und Abschluss jeder Ballettsaison. Das Festival wird immer mit einem neuen Werk eröffnet und endet mit einer Gala unter Beteiligung berühmter Stars und des gesamten Hamburg Ballett-Ensembles.
Obwohl die Aufführungen an der Hamburgischen Staatsoper stattfinden, befinden sich die Probenbühne, das Kreativhaus und das Bildungszentrum in einem separaten Gebäude. 1978 wurde eine Ballettinternatsschule mit integrierten Räumen, einer Vorbereitungsabteilung und acht Klassen gegründet. Zudem gab es ein zweijähriges Programm „Theaterklasse“, das Tänzer der neuen Generation ausbildete. 1989 wurde das Hamburg Ballettzentrum eröffnet. Im Jahr 2011 wurde es zur Heimat des von John Neumeier gegründeten Nationalen Jugendballetts.
Harte Arbeit und internationale Anerkennung
Dass das Hamburg Ballett von John Neumeier weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, liegt daran, dass der Künstler gekonnt Klassik mit Moderne verbindet. Das Ballettzentrum befindet sich in Hamburg im Stadtteil Hamm. Dort führen John Neumeier und seine Truppe täglich Proben durch.

In den letzten 40 Jahren hat das Ensemble in 29 Ländern auf vier Kontinenten gastiert. Es trat unter anderem in Frankreich, China und Brasilien auf. In der Saison 2013-2014 tanzte die Truppe in Kalifornien und Österreich. Eine der künstlerischen Richtungen von John Neumeier ist die Neugestaltung führender Ballette wie „Der Nussknacker“, „Die Geschichte von Aschenputtel“, „Giselle“ und anderer. Im Repertoire des Hamburg Balletts gibt es viele Inszenierungen zur Orchestermusik. Besonders hervorzuheben ist „Die dritte Symphonie von Gustav Mahler“ von John Neumeier. Seine Inszenierungen können zyklische Strukturen aufweisen.
Der Choreograf schuf außerdem Ballette zur Musik von Johann Sebastian Bach, während verschiedene Komponisten beauftragt wurden, Texte für seine Ballette zu schreiben. Alfred Schnittke komponierte die Musik zu „Peer Gynt“, während Lera Auerbach die Melodie für „Préludes CV“ und „Die kleine Meerjungfrau“ schuf. John Neumeier erforscht zudem verschiedene Musikgenres, und seine Truppe führt nicht nur seine Tanzproduktionen auf. Im Repertoire finden sich Ballette von Maurice Béjart, George Balanchine, John Cranko und Mats Ek. Es gibt auch Rekonstruktionen historischer Choreografien.
In der Saison 2022-2023 feierte John Neumeier sein 50-jähriges Jubiläum als Ballettkünstler. Dies war seine letzte große Sternstunde. Im August 2024 wurde Demis Volpi als sein Nachfolger ernannt.





