Wahrscheinlich hat jeder Mensch in seinem Leben mindestens einmal den Hochzeitsmarsch gehört. Diese wunderbare Melodie aus Felix Mendelssohns Werk „Ein Sommernachtstraum“ wurde bei der Hochzeit der Tochter von Königin Victoria gespielt und begründete eine schöne Tradition. Doch wie viel weiß man über den Autor dieses Werkes? Mehr auf hamburgtrend.eu.
Biografische Stationen
Felix Mendelssohn wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren. Seine Eltern waren wohlhabend und schätzten Bildung und Kultur hoch. Im Berliner Salon der Mendelssohns versammelten sich regelmäßig Intellektuelle und Künstler. Nach der Geburt ihres Sohnes konvertierte die Familie zum Christentum, doch die antisemitischen Stimmungen in der Gesellschaft des späten 19. Jahrhunderts beeinflussten das Leben und Werk des Komponisten.
In der Familie Mendelssohn gab es zwei Kinder. Felix‘ ältere Schwester, Fanny (geb. Hensel), hatte ebenfalls außergewöhnliche musikalische Fähigkeiten und schrieb über 450 Werke. Doch ihr Vater unterstützte diese Leidenschaft nicht, da er sie für eine Frau der oberen Mittelschicht als unangemessen ansah. Felix bewunderte die Musik seiner Schwester sehr. Einige ihrer Werke veröffentlichte er unter seinem eigenen Namen und übergab später eine ganze Sammlung ihrer Kompositionen an seinen Verleger. Dennoch widmete sich Fanny nicht so ernsthaft der Musik wie Felix. Wie viele Frauen ihrer Gesellschaftsschicht veranstaltete sie Salons – Treffen kreativer Menschen, bei denen sie eigene kurze Klavierstücke spielte, die speziell für solche Zusammenkünfte komponiert wurden. Diese Werke leisteten einen bedeutenden Beitrag zur Salonklaviermusik.
Felix Mendelssohn beeindruckte schon in jungen Jahren mit seinen geistigen Fähigkeiten. Bereits als Kind erlernte er mühelos das Klavier-, Violin- und Bratschenspiel. Mit zwölf Jahren präsentierte er sein erstes musikalisches Werk in Form einer kleinen Oper, die von professionellen Sängern unter Orchesterbegleitung aufgeführt wurde.
Mendelssohn liebte es zu malen und schuf erstaunlich detailreiche Aquarellskizzen. Besonders inspiriert wurde er dabei von der Natur. Während seiner Reisen fertigte er zahlreiche Landschaftsbilder von Schottland und den Hebriden an.
Komponist, Dirigent und Gründer des Konservatoriums
Felix Mendelssohn hat viel dazu beigetragen, dass die Musik von Johann Sebastian Bach für seine Zeitgenossen wieder verständlich wurde. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte Bachs Werk stark an Popularität verloren.
Seine erste Begegnung mit Bachs Musik verdankte Mendelssohn seiner Großtante, die ihm eine handschriftliche Partitur der Matthäus-Passion schenkte. Später organisierte Mendelssohn eine brillante Aufführung dieses Werkes. Damit eröffnete er den Zuhörern eine neue Sicht auf Bachs Musik, was für Mendelssohn selbst ein großer Erfolg wurde.
Später ließ Mendelssohn auf eigene Initiative ein Denkmal für Bach vor der Thomaskirche in Leipzig errichten, wo der große Komponist einst tätig war. Übrigens versammeln sich dort auch im 21. Jahrhundert noch zahlreiche Bach-Verehrer.
Die Zeit Mendelssohns wird von Musikwissenschaftlern als eine Periode der frühen Romantik beschrieben. Einige Komponisten jener Epoche schrieben weiterhin im klassischen Stil, während andere mutig von den traditionellen Kanons abwichen und neue Wege beschritten. Gemäß den Strömungen seiner Zeit komponierte Mendelssohn romantische Werke, inspiriert von der Schönheit der Natur. Gleichzeitig enthält sein musikalisches Erbe viele klassische Kompositionen, darunter sein berühmtes Werk „Ein Sommernachtstraum“.

Felix Mendelssohn war nicht nur ein talentierter Komponist, sondern auch ein virtuoser Dirigent. Er gehörte zu den ersten Vertretern dieser Kunst, die einen Taktstock verwendeten. Viele Jahre lang leitete er das berühmte Gewandhausorchester in Leipzig. Mit großem Respekt für die Komponisten seiner Zeit veranstaltete er Konzerte mit klassischen Musikwerken. Seine Aufführungen waren stets ein großer Erfolg, doch er verlangte von seinen Musikern auch harte und sorgfältige Arbeit.
Im Frühjahr 1843 gründete Felix Mendelssohn das Leipziger Konservatorium. Diese Bildungseinrichtung war die erste in Deutschland, die eine musikalische Ausbildung auf Universitätsniveau anbot und zur Wiege vieler berühmter Musiker wurde.





