Die Geschichte des Hamburger Theaters – St. Pauli Theater

In Hamburg gibt es eine große Vielfalt an Theatern, weshalb die Stadt oft als Theaterhauptstadt Deutschlands bezeichnet wird. Die Theater bieten dem Publikum verschiedene Programme, darunter Komödien, Dramen und Kindertheaterstücke. Die Schauspielkunst ist beeindruckend, da die Aufführungen nicht nur Schauspiel, sondern auch Tanz, Improvisation und Interaktion mit dem Publikum beinhalten. Mehr auf hamburgtrend.eu.

Eines der ältesten und bekanntesten privaten Theater der Stadt ist das St. Pauli Theater. Es zeichnet sich durch seine intime Atmosphäre aus und gilt als das älteste Privattheater Deutschlands. Die Geschichte dieses Theaters reicht über 180 Jahre zurück.

Die Entstehungsgeschichte

Die Lage des St. Pauli Theaters prägte seinen Charakter: Es befindet sich im Herzen der Reeperbahn am Spielbudenplatz. Die erste Aufführung fand im Jahr 1841 statt, doch ein Großbrand im Jahr 1842 stoppte die Entwicklung des Theaters. Obwohl das Gebäude nicht vom Feuer zerstört wurde, geriet das Theater in eine finanzielle Krise.

Zu dieser Zeit trug das Theater den Namen „Theater Urania“. Unterstützung erhielt es vom Theatermäzen Carl-Friedrich von Hahn-Neuhaus, der das Theater pachtete und aufwändige Aufführungen inszenierte. Er sorgte für aufwendige Dekorationen, Kostüme und hunderte Kerzen, um die richtige Atmosphäre zu schaffen. Damals galt dies als außergewöhnlich, da das Publikum hauptsächlich an einfache Wanderbühnen und Bauernkomödien gewöhnt war.

Doch nur wenige Monate später verließ Hahn-Neuhaus Hamburg hoch verschuldet.

Von 1848 bis 1863 war das Theater erfolgreich unter der Leitung von Theodor Damma. Er war ein strenger Direktor, der für das Theater strikte Regeln erließ, da es damals keine Arbeitsrechte für Schauspieler gab.

An der Jahrhundertwende organisierten die Theatermitarbeiter unterhaltsame Volksschauspiele auf dem Hamburger Platz. Das Publikum war sehr direkt: Wenn eine Aufführung gefiel, wurden Blumen geworfen, wenn nicht, kam es sogar zu Handgreiflichkeiten.

Bis 1879 leitete Ernst Drucker das Theater und konzentrierte sich auf Komödien. Er war nicht nur ein Theaterliebhaber, sondern auch ein erfolgreicher Geschäftsmann, der erkannte, dass das Gebäude dringend renoviert werden musste. Die von ihm durchgeführte umfangreiche Sanierung prägt das Erscheinungsbild des Theaters bis heute.

Ernst Drucker starb 1918 auf tragische Weise – er verbrannte im Alter von 62 Jahren.

Von 1919 bis 1951 wurden im Theater überwiegend Aufführungen mit regionalem norddeutschen Flair gezeigt.

Das Theater im 20. Jahrhundert

1941 wurde das Theater in „St. Pauli Theater“ umbenannt, da das nationalsozialistische Regime herausfand, dass Ernst Drucker jüdischer Abstammung war.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb das Theater unbeschädigt. Am 29. August 1945, nur wenige Monate nach Kriegsende, öffnete das Theater erneut seine Türen für das Publikum.

Die Entwicklung des Theaters ab den 1970er Jahren

Seit den 1970er Jahren traten im St. Pauli Theater berühmte Künstler auf, darunter Freddy Quinn, Ossogore Henry Wahl und Heidi Kabel.

In den 1980er Jahren erlebte das Theater eine Neuausrichtung. Der Spielplan wurde um Boulevardstücke, Komödien und Kabarett erweitert.

Zu den bedeutendsten Schauspielern, die auf der Bühne des St. Pauli Theaters auftraten, gehören Ulrich Tukur, Eva Mattes und Monika Bleibtreu.

Mit der steigenden Popularität des Theaters wurde es nach einer umfassenden Renovierung wieder für das Publikum geöffnet.

Berühmte Momente in der Geschichte des Theaters

  • 1996 drehte die bekannte Düsseldorfer Punkrock-Band „Die Toten Hosen“ das Musikvideo zu ihrem Song „Paradise“ im St. Pauli Theater.
  • 2003 filmte die bayerische Rockband „Emil Bulls“ ihr Musikvideo zu „This Day“ im Theater.
  • 2007 wurde das Theater mit dem Ulrich-Wildgruber-Preis ausgezeichnet.
  • 2016 wurde eine umfassende Restaurierung durchgeführt, und das Gebäude wurde in die Liste des kulturellen Erbes Hamburgs aufgenommen.

Das St. Pauli Theater heute

Heute positioniert sich das St. Pauli Theater als ein modernes Volkstheater, das eine Vielzahl von Aufführungen bietet, darunter Eigenproduktionen und Gastspiele.

Die Aufführungen des Theaters zeichnen sich durch ihre Vielfalt, Qualität und Intelligenz aus. Die Beteiligung bekannter Schauspieler, Musiker und Comedians macht das Theater zu einem der beliebtesten kulturellen Veranstaltungsorte in Hamburg.

Die dynamischen Aufführungen mit den besten Ensembles laufen die gesamte Saison über.

Die Arbeit des Theaters zielt darauf ab, Hamburgs kulturelle Szene zu prägen und dem Stadtteil Reeperbahn ein modernes und lebendiges Image zu verleihen.

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