Die Theaterszene in Hamburg gilt als renommiert und vielseitig. Berühmte Schauspieler, außergewöhnliche Inszenierungen, kreative Ideen und gute Laune – all das bieten die Theater des Stadtmetropols. Jeder Reisende in Hamburg sollte unbedingt eine Theatervorstellung besuchen, um die wahre Atmosphäre des kulturellen Lebens zu erleben. Mehr auf hamburgtrend.eu.
Das Ernst-Deutsch-Theater ist das größte private Sprechtheater Deutschlands. Seine Inszenierungen verbinden Tradition mit aktueller Relevanz. Jede Theatersaison besuchen über 200.000 Zuschauer die Aufführungen.
Die Entstehungsgeschichte des Theaters
Das junge Theater wurde am 13. Oktober 1951 von den Schauspielern Wolfgang Borchert und Friedrich Schütter gegründet. Gemeinsam mit anderen Kollegen strebten sie danach, künstlerische Freiräume zu schaffen und die moderne Dramatik in Hamburg weiterzuentwickeln.
Der erste Spielort war das Britische Informationszentrum in Neustadt, Hamburg.
- 1952 zog das Theater in die Neue Rabenstraße in Rotherbaum.
- 1956 folgte ein Umzug nach Barmbek-Süd.
- 1964 wurde der heutige Standort in einem ehemaligen Kino am Mundsburg bezogen. Das Gebäude wurde für Theaterzwecke umgebaut und mit moderner Bühnentechnik ausgestattet.
Seit 1973 trägt das Theater den Namen des berühmten jüdischen Schauspielers Ernst Deutsch. Er musste 1933 aufgrund des nationalsozialistischen Regimes aus Deutschland emigrieren. Nach seiner Rückkehr aus den USA prägte er die Theaterlandschaft der Nachkriegszeit mit seinem außergewöhnlichen schauspielerischen Talent.
Viele der Inszenierungen im Ernst-Deutsch-Theater wurden von Friedrich Schütter geleitet. Er war nicht nur Schauspieler, sondern auch Regisseur, der durch seine Kontakte prominente Gäste nach Hamburg brachte.
Nach seinem Tod im Jahr 1995 übernahm Isabella Vértes-Schütter die künstlerische Leitung. Sie modernisierte das Theater und führte neue Programme ein.
2003 wurde eine Plattform für die Jugendabteilung gegründet.
Die Arbeit des Theaters
Das Ernst-Deutsch-Theater verbindet Vergangenheit und Zukunft durch seine dramatische Fantasie.
Das Repertoire umfasst:
- Moderne und klassische Stücke
- Verschiedene Genres
- Kinder- und Jugendtheater
Das Theater setzt auf Vielfalt, künstlerische Freiheit, demokratische Prinzipien und interkulturellen Austausch.
Es positioniert sich klar gegen jede Art von Diskriminierung sowie gegen Antisemitismus, Rassismus und soziale Ausgrenzung.
Engagement für die Jugend

Ein besonderes Anliegen des Theaters ist die Arbeit mit jungen Menschen.
Die Theaterpädagogen arbeiten daran, Gegensätze zwischen jugendlicher Subkultur und traditioneller Theaterform zu überwinden.
Das Ziel ist es,
- Jugendliche für das Theater zu begeistern,
- sie zu eigenem künstlerischen Schaffen zu motivieren,
- und ihnen eine Plattform für Selbstverwirklichung zu bieten.
In Jugendclubs haben bereits 12-jährige Kinder die Möglichkeit, sich schauspielerisch auszuprobieren.
Seit 2003 organisiert das Theater jährlich das Festival der Plattform, bei dem über 250 Jugendliche teilnehmen.
2020 erhielt das Festival den Barbara-Kiesseler-Theaterpreis.
Ausstattung des Theaters
- Der Hauptsaal bietet Platz für 744 Zuschauer.
- 2002 wurde das Theater umfassend modernisiert.
- Im Foyer gibt es eine Studio-Bühne mit 80 Plätzen, die für Musik- und Literaturveranstaltungen genutzt wird.
- 2008 wurde eine weitere Bühne für Jugendtheater mit 100 Plätzen eröffnet.
Das Theater verfügt zudem über eine hauseigene Werkstatt zur Herstellung von Bühnenbildern und Kostümen.
Inklusion im Ernst-Deutsch-Theater
- Es gibt barrierefreie Plätze für Rollstuhlfahrer.
- Menschen mit Hörbehinderungen erhalten individuelle Unterstützung.
- Ein Gebärdensprachdolmetscher ist regelmäßig vor Ort.
- An bestimmten Terminen gibt es Vorstellungen mit Audiodeskription für sehbehinderte Gäste.
Das Theatermanagement und alle Mitarbeiter setzen sich dafür ein, dass wirklich jeder Zuschauer die faszinierenden Inszenierungen und die großartige Schauspielkunst uneingeschränkt genießen kann.



