Die Geschichte des Deutschen Schauspielhauses

Touristen in Hamburg suchen stets nach besonderen Orten, an denen sie die echte Atmosphäre der Stadt erleben können. Belebte Straßen, beeindruckende Architektur und historische Gebäude – all das kann man entdecken, wenn man durch die Metropole spaziert. Doch um das kulturelle Leben der Hamburger vollständig zu erleben, sollte man unbedingt ein Theater besuchen. Mehr auf hamburgtrend.eu.

Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg gehört zu den schönsten Theaterbauten im deutschsprachigen Raum. Es ist zudem das größte Theater Deutschlands mit 1.200 Sitzplätzen. Seine 120-jährige Geschichte ist geprägt von namhaften Regisseuren und Schauspielern, die weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt sind.

Ein Blick in die Vergangenheit

Das Deutsche Schauspielhaus wurde 1899 durch eine private Initiative gegründet. Vertreter des Hamburger Großbürgertums und Schauspieler schlossen sich zusammen, um die „Aktiengesellschaft Deutsches Schauspielhaus“ zu gründen. Ihr Traum war ein Theater nach dem Vorbild des Wiener Burgtheaters.

Deshalb wurde ein Wiener Architekturbüro mit der Planung und dem Bau beauftragt. Das Gebäude entstand im Neobarock-Stil.

  • Erster Intendant: Alfred von Berger aus Wien.
  • Eröffnung: 15. September 1900 mit der Aufführung von „Iphigenie auf Tauris“.

Während des Ersten Weltkriegs litt das Theater unter Publikumsschwund und finanziellen Schwierigkeiten. Die Weltwirtschaftskrise verschärfte die Lage weiter, und Mitglieder der NSDAP störten die Aufführungen.

1934 wurde das Theater durch die Nationalsozialisten verstaatlicht, um es vor dem Bankrott zu retten. Während des Dritten Reichs wurden die Stücke jüdischer Autoren verboten, ebenso wie Inszenierungen aus feindlichen Ländern.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zu zwei Dritteln zerstört.

Das Theater im Wandel der Zeit

Trotz vieler Schwierigkeiten erlebte das Schauspielhaus nach dem Krieg einen großen Aufschwung.

  • In den 1970er-Jahren wurde das Theater für internationale Autoren geöffnet.
  • Experimentelle Inszenierungen gewannen an Bedeutung.
  • Die junge Generation sowie renommierte Regisseure wie Peter Zadek etablierten das Theater als Institution von Weltrang.

Die Arbeit des Theaters

Im Jahr 2005 wurde das Junge Schauspielhaus als fester Bestandteil des Deutschen Schauspielhauses gegründet.

  • Leitung: Klaus Schumacher.
  • Erfolgreiches Ensemble und hochwertiges Repertoire.
  • Mehrere Auszeichnungen, darunter:
    • Faust-Theaterpreis,
    • zweifach Boy-Gobert-Preis,
    • Preis der Stiftung „Bibel und Kultur“,
    • Rolf-Mares-Preis.

Das Junge Schauspielhaus genießt bundesweite Anerkennung und präsentiert Inszenierungen auf verschiedenen Festivals. Seit der Spielzeit 2021/22 hat es seine Spielstätte am Wiesendamm bezogen.

Das Deutsche Schauspielhaus heute

Durch seine zentrale Lage in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs zählt das Theater zu den beliebtesten Kulturstätten für Touristen.

  • Der Theatersaal gilt als einer der schönsten in Deutschland.
  • Die Neobarock-Architektur, filigrane Verzierungen und rote Polsterstühle verleihen ihm eine einzigartige Atmosphäre.
  • 2013 wurde das Theater umfassend renoviert, um ein modernes und einladendes Ambiente zu schaffen.

Seit der Spielzeit 2013/14 ist die Regisseurin Karin Beier als Intendantin tätig.

  • Die Spielpläne werden sorgfältig geplant.
  • Die Saisoneröffnung beginnt oft mit Shakespeare-Inszenierungen, die den rebellischen Geist seiner Figuren in den Mittelpunkt stellen.

Bedeutende Regisseure

Neben Karin Beier arbeiten am Deutschen Schauspielhaus einige der einflussreichsten Regisseure der Gegenwart, darunter:

  • René Pollesch,
  • Katie Mitchell,
  • Christoph Marthaler,
  • Frank Castorf,
  • Karin Henkel.

Ein Besuch im Deutschen Schauspielhaus ist ein Muss für alle Theaterliebhaber. Hier leben die großen Meister der Vergangenheit in neuen Inszenierungen weiter und lassen das Publikum in fesselnde Geschichten eintauchen.

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